Fachrichtungsübergreifend bewegen wir uns ja alle wenige Zentimeter bis Millimeter vom Patientenmund entfernt und sie so den Mundgerüchen schutzlos ausgeliefert. Der Mundschutz hält zwar zarte Düfte ab, aber gegen hartnäckige Gerüche aus dem Mundraum ist auch er machtlos...
Letzte Woche kam ein kleiner Patient zu mir und erzählte mir vom Stolz erfüllt, dass er extra gerade auf den Döner verzichtet hat, weil er mich mich nicht "anstinken" wollte. Ich hab mich gefreut, wie rücksichtsvoll dieses kleine Geschöpf doch ist und gefragt, was denn stattdessen auf dem Speiseplan stand. "Mettbrötchen" war die knappe und niederschmetternde Antwort. Is klar...da hat sich jemand so richtig Gedanken gemacht!!! Und wie gesagt: der Mundschutz kann gegen ein Zwiebelmettbrötchen nicht anhalten...und zur Krönung stand auf dem Behandlungsplan: Multiband oben und unten - also mindestens 1 Stunde kein Entkommen! Die Helferin ist zwischen Fenster und Desinfektionsspray mit Mangoduft (nur zu empfehlen!!!) hin- und hergesprungen!!! Herrlich...
Sonntag, 7. März 2010
Freitag, 5. März 2010
Kaugummifüllung
Nun bin ich ja in einer neuen Praxis (ganz nebenbei: suuper). Aber auch hier haben Patienten teilweise ein "merkwürdiges" Mundgefühlt. Ein Patient hat vor zwei Tagen eine Füllung mit flow von meiner Chefin bekommen, sollte den Zahn aber nur etwas schützen, kommt sowieso eine Brücke drauf. Heute nachmittag steht der Patient vor mir und teilt mir mit, dass die Füllung noch weich sei. Er spüre mit der Zunge, dass die ganz weich sei. Mit der Sonde für mich nicht nachvollziehbar und das sagte ich ihm auch (in netter Form:-). Das war für ihn dann auch in Ordnung und er zog ins Wochenende ab. Als ich hinterher in die Karte guckte, was die Helferin aufgeschrieben hat (die haben nämlich den Auftrag, alles mitzuschreiben, wenigstens sinngemäß), steht da: "Patient gibt an, die Füllung wäre weich. Quatsch. Patient hat verwirrendes Mundgefühl!"
Also, ich habe Spaß in der Praxis!
Also, ich habe Spaß in der Praxis!
Mittwoch, 3. März 2010
Theorie und Praxis
Gestern kam eine Patientin mit Schmerzen an 23.
Laut Rö-Bild war zwar der PA-Spalt erweitert und unter der Füllung Karies, aber keine apikale Aufhellung zu sehen.
In der Kartei sah ich dann, dass bereits vor einem Jahr eine Kariesexcavation angefangen und die Kavität nach einer P mit Calciumhydroxid und einer provisorischen Füllung verschlossen wurde. Jetzt stellt sich mir die Frage, warum diese Behandlung nicht zu Ende gebracht wurde, denn jedem Patienten mit einer zweizeitigen Kariesexcavation wird ein Folgetermin nach 2 Monaten zum endgültigen Abfüllen gegeben. Naja.
Ich hab dann also die alte Füllung entfernt und siehe da, es gab erneut eine P. Nach Aufklärung der Patientin über die Möglichkeit, dass die P-Behandlung evtl.(bis ziemlich sicher) nicht anschlägt und dann eine Wurzelfüllung gemacht werden muss, hab ich mich entgegen allem Gelernten dazu entschlossen, dem Nerven eine Chance zu geben und trotz kariösem Dentin eine P-Behandlung zu machen.
Heute rief sie dann an und sagte, sie habe den ganzen vormittag Schmerzen gehabt, so dass ich die Feile zur Hand genommen und eine Endo angefangen habe.
Aber kann mir jetzt mal bitte jemand sagen, wie man Patienten davon überzeugt, dass, auch wenn die Schmerzen vorübergehend gestillt sind, die Behandlung noch nicht abgeschlossen ist?
Genauso ein anderer Patient, der, nachdem er bereits eine PZR und eine PA in allen vier Quadranten hinter sich hatte, immernoch nur eine Zahnbürste hat und nicht einsieht, Interdentalbürstchen zu benutzen. Nachdem ich ihm sagte, dass sein Zahnfleisch wieder stark entzündet ist, meinte er, er verstehe nicht, wieso er zuhause mehr machen soll als bisher, die Zahnfleischbehandlung (von letztem Jahr) hätte doch mittlerweile anschlagen müssen.
Warum sind Patienten manchmal so uneinsichtig?
Laut Rö-Bild war zwar der PA-Spalt erweitert und unter der Füllung Karies, aber keine apikale Aufhellung zu sehen.
In der Kartei sah ich dann, dass bereits vor einem Jahr eine Kariesexcavation angefangen und die Kavität nach einer P mit Calciumhydroxid und einer provisorischen Füllung verschlossen wurde. Jetzt stellt sich mir die Frage, warum diese Behandlung nicht zu Ende gebracht wurde, denn jedem Patienten mit einer zweizeitigen Kariesexcavation wird ein Folgetermin nach 2 Monaten zum endgültigen Abfüllen gegeben. Naja.
Ich hab dann also die alte Füllung entfernt und siehe da, es gab erneut eine P. Nach Aufklärung der Patientin über die Möglichkeit, dass die P-Behandlung evtl.(bis ziemlich sicher) nicht anschlägt und dann eine Wurzelfüllung gemacht werden muss, hab ich mich entgegen allem Gelernten dazu entschlossen, dem Nerven eine Chance zu geben und trotz kariösem Dentin eine P-Behandlung zu machen.
Heute rief sie dann an und sagte, sie habe den ganzen vormittag Schmerzen gehabt, so dass ich die Feile zur Hand genommen und eine Endo angefangen habe.
Aber kann mir jetzt mal bitte jemand sagen, wie man Patienten davon überzeugt, dass, auch wenn die Schmerzen vorübergehend gestillt sind, die Behandlung noch nicht abgeschlossen ist?
Genauso ein anderer Patient, der, nachdem er bereits eine PZR und eine PA in allen vier Quadranten hinter sich hatte, immernoch nur eine Zahnbürste hat und nicht einsieht, Interdentalbürstchen zu benutzen. Nachdem ich ihm sagte, dass sein Zahnfleisch wieder stark entzündet ist, meinte er, er verstehe nicht, wieso er zuhause mehr machen soll als bisher, die Zahnfleischbehandlung (von letztem Jahr) hätte doch mittlerweile anschlagen müssen.
Warum sind Patienten manchmal so uneinsichtig?
Sonntag, 21. Februar 2010
Neue Stelle, neues Glück?
Zum Ende des Monats habe ich meine jetzige Stelle gekündigt. Einige Dinge sind dann doch nicht zumutbar. Ab Anfang März geht es dann los mit vielen, vielen Patienten (der Plan ist knacke-voll), neuen Arbeitstechniken, neuen Leuten und vor allem: mit einer Helferin, die "sogar Provis kann". Meine Arbeitgeberin stellte mir die Helferin vor, die hauptsächlich mit mir arbeiten soll, und erzählte, was ich alles an sie delegieren darf. Unter anderem halt Provis, Mundhygiene-Instruktionen, einige IP´s. Und am Ende dann noch: "Und in den nächsten zwei Wochen wird ihr noch beigebracht, Zahnstein zu entfernen; das kann sie dann auch."
Ich muss sagen: ganz andere Verhältnisse als zuvor, wo ich sogar Abdrücke kontrollieren musste oder dann doch lieber selbst genommen habe.
Die Atmospäre wirkt super, meine Chefin scheint ihren Helferinnen etwas zuzutrauen und sie nicht nur niederzumachen. Mal gucken, was ich in einem halben Jahr so schreibe:-)
Ich muss sagen: ganz andere Verhältnisse als zuvor, wo ich sogar Abdrücke kontrollieren musste oder dann doch lieber selbst genommen habe.
Die Atmospäre wirkt super, meine Chefin scheint ihren Helferinnen etwas zuzutrauen und sie nicht nur niederzumachen. Mal gucken, was ich in einem halben Jahr so schreibe:-)
Mittwoch, 10. Februar 2010
Wenn der Joghurt dem H2O2 einen Schaumkuss gibt
In einer Arztpraxis gibt es bestimmte Vorschriften, manche erscheinen übertrieben oder gar überflüssig, manche jedoch erscheinen vernünftig.
Wie z.B. die Vorschrift, in einem Kühlschrank, in dem Materialien wie Adaptic, Opalescence etc aufbewahrt werden, keine Lebensmittel zu verstauen.
In unserem Kühlschrank befinden sich zur Zeit Joghurt, Käse, Bifi, Milchschnitte, verschiedene Säfte, sowie sämtliche zahnärztliche Materialien.
Spätestens wenn ein Sicherheitsbeauftragter vor Ort ist und das Thema 'Kühlschrank' in aller Ausführlichkeit erklärt, würde ich meinen Joghurt rausholen und woanders lagern.
Das sehen aber nicht alle so, denn nur knappe zwei Tage nach der Sicherheitsbelehrung wurde der Kühlschrank wieder befüllt.
Yammi!
Wie z.B. die Vorschrift, in einem Kühlschrank, in dem Materialien wie Adaptic, Opalescence etc aufbewahrt werden, keine Lebensmittel zu verstauen.
In unserem Kühlschrank befinden sich zur Zeit Joghurt, Käse, Bifi, Milchschnitte, verschiedene Säfte, sowie sämtliche zahnärztliche Materialien.
Spätestens wenn ein Sicherheitsbeauftragter vor Ort ist und das Thema 'Kühlschrank' in aller Ausführlichkeit erklärt, würde ich meinen Joghurt rausholen und woanders lagern.
Das sehen aber nicht alle so, denn nur knappe zwei Tage nach der Sicherheitsbelehrung wurde der Kühlschrank wieder befüllt.
Yammi!
Sonntag, 7. Februar 2010
Vorne hui,...
Wie gehe ich vor, wenn ein Patient multiple kariöse Zähne aufweist?
Klar denkt man sich, zuerst werden die Zähne behandelt, die es am nötigsten haben.
Was aber, wenn der Patient dabei nicht mitspielt und seinen eigenen Behandlungsfahrplan aufstellt? So ist es mir erst letztens ergangen.
Ein noch recht junger Mann, der sowohl im Seitenzahn-, als auch im Frontzahnbereich stark zerstörte Zähne hat, bekam mehrere Termine, um sein Gebiss sanieren zu lassen.
Zunächst ging auch alles seinen geregelten Lauf, es wurden cps und Wurzelfüllungen im Seitenzahnbereich gemacht.
Beim dritten Besuch allerdings, wollte er seine "Schneidezähne schöner haben", was ja auch eigentlich kein Problem darstellt.
Allerdings wurde mir vor der Behandlung schon von mehreren Seiten gesteckt, dass manche, nachdem die Front in Ordnung gebracht wurde, erst gar nicht mehr wiederkommen.
Da der Patient aber wirklich großen Behandlungsbedarf in der Front hatte, und mit seinen nicht mal 20 Jahren auch ein soziales Leben führt, hab ich ihm die Frontzahnfüllungen verpasst.
Er war richtig zufrieden und fand sich jetzt "echt super", ist nur leider bisher nicht wieder da gewesen, um seine Seitenzähne weiter behandeln zu lassen.
Ich lerne jetzt daraus, dass ich mich auf keine Patientenkompromisse einlasse, und für ihn wünsche ich mir, dass er die Seitenzähne noch behandeln lässt, denn sonst kann ich nur sagen: vorne hui, hinten pfui!
Klar denkt man sich, zuerst werden die Zähne behandelt, die es am nötigsten haben.
Was aber, wenn der Patient dabei nicht mitspielt und seinen eigenen Behandlungsfahrplan aufstellt? So ist es mir erst letztens ergangen.
Ein noch recht junger Mann, der sowohl im Seitenzahn-, als auch im Frontzahnbereich stark zerstörte Zähne hat, bekam mehrere Termine, um sein Gebiss sanieren zu lassen.
Zunächst ging auch alles seinen geregelten Lauf, es wurden cps und Wurzelfüllungen im Seitenzahnbereich gemacht.
Beim dritten Besuch allerdings, wollte er seine "Schneidezähne schöner haben", was ja auch eigentlich kein Problem darstellt.
Allerdings wurde mir vor der Behandlung schon von mehreren Seiten gesteckt, dass manche, nachdem die Front in Ordnung gebracht wurde, erst gar nicht mehr wiederkommen.
Da der Patient aber wirklich großen Behandlungsbedarf in der Front hatte, und mit seinen nicht mal 20 Jahren auch ein soziales Leben führt, hab ich ihm die Frontzahnfüllungen verpasst.
Er war richtig zufrieden und fand sich jetzt "echt super", ist nur leider bisher nicht wieder da gewesen, um seine Seitenzähne weiter behandeln zu lassen.
Ich lerne jetzt daraus, dass ich mich auf keine Patientenkompromisse einlasse, und für ihn wünsche ich mir, dass er die Seitenzähne noch behandeln lässt, denn sonst kann ich nur sagen: vorne hui, hinten pfui!
Freitag, 5. Februar 2010
Qualitätsmanagment
Früher habe ich QM sehr verteufelt. Inzwischen glaube ich aber an die Darseinsberechtigung des QM. Nehme man das Beispiel, dass ein neues Tauchbad in der Praxis eingeführt wird, in dem Abdrücke desinfiziert werden sollen. Arbeiten in der Praxis mehrere Teilzeitkräfte und Azubinen, die ja nun mal auch Schultage haben, oder einen halben Tag frei haben und somit nicht immer in der Praxis anwesend sind, ist die Informationsweitergabe enorm gestört. Es war nur eine Azubine nicht anwesend bei Neueinführung dieses Tauchbades, aber genau die fragt mich eine Woche später, wofür denn diese Schale da wäre! Fünf Helferinnen haben es also nicht geschafft, diese Information weiterzugeben.
Nun, ich kann natürlich nicht meine Hand dafür ins Feuer legen, dass das mit einem QM nicht passiert wäre. Schließlich muss man dann die Anweisungen auch lesen. Ich könnte mir aber vorstellen, dass solche fehlenden Informationsweitergaben damit minimiert werden. Also warten wir mal das Ende des Jahres ab, wo ja eigentlich alles Praxen spätestens mit einem QM ausgerüstet sein sollten.
Nun, ich kann natürlich nicht meine Hand dafür ins Feuer legen, dass das mit einem QM nicht passiert wäre. Schließlich muss man dann die Anweisungen auch lesen. Ich könnte mir aber vorstellen, dass solche fehlenden Informationsweitergaben damit minimiert werden. Also warten wir mal das Ende des Jahres ab, wo ja eigentlich alles Praxen spätestens mit einem QM ausgerüstet sein sollten.
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